San Sebastián, Beronia & der Seelenfriede
Das Baskenland hat etwas magisches an sich. Die frische Meeresluft vom Atlantik, das warme Licht, die Gerüche aus den Pintxo-Bars.
Hier unsere Insider-Tipps für ein Weekend-Besuch in San Sebastian.
Freitagabend
Die Anreise mag hektisch sein, doch kaum steht man in der Altstadt, verliert sich die Zeit zwischen engen Gassen, funkelnden Bars und dem Geruch von gegrillten Piquillos. Der erste Aperitif ist Pflicht - im La Cuchara de San Telmo, wo das Stimmengewirr mit der salzigen Brise vom Meer verschmilzt. Danach ein kleiner Spaziergang zur legendären Bar Néstor. Hier gibt es nur drei Dinge: Tomaten, Txuleta, Padrón-Peppers. Alles schlicht, alles perfekt. Mit einem Glas Rioja in der Hand fühlt sich die Welt plötzlich so einfach an, wie sie sein sollte.
Samstagvormittag
Den Tag beginnt man am Mercado de San Martín, wo die Fischhändler in Gummischürzen die glänzendsten Doraden und seidigen Tintenfische auslegen. Hier werden die Zutaten gesammelt, die am Mittag beim Kochkurs mit Ikusnahi Tours zum Leben erwachen. In einer kleinen Küche, versteckt zwischen alten Häusern, entstehen Pintxos, die man später kaum wieder so nachkochen kann, weil der Charme des Orts ebenso Zutat ist wie der Txakoli, der dazu serviert wird.
Samstagnachmittag
Ein Ausflug ins Landesinnere nach Ollauri (Rioja) führt zum Weingut Bodegas Beronia. In einer der nachhaltigsten Kellereien der Welt erklärt die Önologin, María Jesús Sáez, warum Beronia ihren Boden als Identität sieht. Ein Glas Reserva später versteht man den Zauber, der zwischen Weinberg und Bodega liegt. Beronia zählt zu den nachhaltigsten Weingütern der Welt. Das mag erstaunen, denn sie gehören auch zu den Grössten. Und genau dies ist auch der Grund, wieso sie Pionierin in der Nachhaltigkeit sein wollen. „Unsere Technik, unsere Innovation, ist die Dienerin des Terroirs.“
Auch erklären sie: „Land trägt Erinnerungen in sich, diese beeinflussen uns. Davor haben wir grossen Respekt“.
Mikroben, Hefen, alte Reben. Ein lebendiges Archiv. Jede Trockenheit, jeder kühle Frühling hinterlässt Fragmente in Wurzeln, Holz und Bodenleben.
🪨 Wälder, Wiesen, Steinmauern, alte Parzellengrenzen, Wege zum Weinberg. Alles gespeicherte Gewohnheiten in der Landschaft.
🍇Lesezeit, Feste, Arbeitsrhythmus - jährliche Wiederkehr, die Vergangenheit in die Gegenwart holt.
📔 Aus vielen Entscheidungen über Generationen entsteht ein „So sind wir hier“. Der Wein trägt es weiter.
Wer bei Beronia arbeitet, übernimmt also den Takt des Landes. Das ist eine Haltung, kein Styling.
Ein absolut inspirierendes Weingut.
Samstagabend
Zurück in San Sebastián wartet das Dinner im Casa Gandarias Jatetxea. Klassisch, lebendig, voller baskischer Seele. Hier bestellt man nicht, man vertraut. Ob Entrecôte oder Bacalao al Pil-Pil, alles begleitet von einer der besten Weinkarten der Stadt.
Für Michelin-Menschen
Wer lieber noch höher hinaus will, setzt auf die Sterne. San Sebastián glänzt wie kaum eine andere Stadt:
- Arzak (3 Sterne) Avantgarde, doch tief verwurzelt in der baskischen Tradition.
- Akelarre (3 Sterne) ein Blick über den Ozean, der so überwältigend ist wie das Menü selbst.
- Mugaritz (2 Sterne) für die Mutigen, die mehr wollen als nur essen; hier wird Philosophie serviert.
- Kokotxa (1 Stern) klein, fein, mit einem modernen Blick auf die klassische Küche.
Sonntagvormittag
Bevor die Heimreise ruft, gönnt man sich noch ein letztes Flanieren entlang der Bucht von La Concha. Ein Kaffee im Morgenlicht, vielleicht noch ein Churro auf die Hand und dann der stille Schwur, wiederzukommen.




