7.4.2022 | 2 min | #Weinanbau #Wissen

Schweizer Weinernte 2021

Oder «wenn‘s schiff et, denn seichts»

Wir wollen sie nicht schönreden, die Weinernte 2021 in der Schweiz. Der Jahrgang 2021 musste sich hart verdient werden, nachdem es im Frühling nur «schiffte» und im Sommer LKW-grosse Hagelkörner vom Himmel fielen.

So viel Nässe ist der Alptraum jeder Rebe, denn Feuchtigkeit bildet die perfekte Voraussetzung für den falschen Mehltau. Eine üble Pflanzenkrankheit, die gelbe Flecken auf der Blattunterseite bildet und das Blatt mit einem Pilzgefl echt durchzieht. Igitt! Folglich werden der Rebe wichtige Nährstoff e entzogen und es kommt zu Wachstumsstörungen, Knospeneintrocknung und Ernteausfällen. Schweizweit sorgte dies für einen Ernteausfall von 27% gegenüber dem Vorjahr. Das Wallis, Zürich, Schaff hausen, Thurgau, Lavaux und Regionen am Bielersee verloren sogar zwischen 30 – 50% ihrer Ernte. Diese Katastrophe kam das letzte Mal im Jahr 1957 vor. Gegen den falschen Mehltau kann man vorbeugen: Gute Belüftung, ausreichender Rebenabstand und eine kaliumbetonte Düngung. Wenn das nicht reicht, dann hilft bei Befall vor allem das Spritzen von Kupferfungiziden (bio-anerkannt). Weil der Boden im Jahr 2021 in manchen Regionen so nass war, konnten viele Winzer:innen, mit Reben an Hanglagen, gar nicht spritzen. Es war physisch nicht möglich. Sie waren der Natur komplett ausgeliefert und der falsche Mehltau konnte weiterwüten.

Hier unser aufstellendes Wort zum Sonntag. Glück im Unglück gibt es immer, so auch beim Jahrgang 2021. Die Trauben, die sich wie Spartaner durch den Frost-, Regen- und Hagelkrieg kämpften, erreichten eine schöne Konzentration, was für eine ausgezeichnete Weinqualität spricht. Also habe Erbarmen mit den Winzer:innen, falls dem Handel der Schweizer Wein im Herbst ausgehen oder die Preise ansteigen sollte. Möge der Wettergott dieses Jahr bei uns sein, «gopfedelli»!

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